
Kölner Stadt-Anzeiger
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Talentschmiede im Museum
VON CLEMENS SCHMINKE, 01.08.07, 21:31h
„Hunderte von talentierten Jungdarstellern, die
das Potenzial und die realistische Chance haben, auf den
großen Musical-Bühnen der Welt aufzutreten“
- diese Gruppe machen Yana Kris und Marcelo Molina in
der Kölner Bevölkerung aus. Die 45-Jährige
stammt aus England, ist Musicaldarstellerin und Gesangsdozentin,
und ihr Mann, 41 Jahre alt, gebürtig in Argentinien,
ist Schauspieler, Sänger, Model und Regisseur. Beide
wohnen in Köln, wo sie sich für die Einrichtung
einer „Pop- und Musicalakademie“ im Gebäude
des Rautenstrauch-Joest-Museums starkmachen. |
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Gestern stellte das
Paar das Projekt vor. Dazu geladen war Lothar Theodor Lemper
(CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses, der die Idee
begrüßte. Prinzipiell könne man froh sein,
wenn „von außen Interessenten mit Vorschlägen
kommen, wie das Gebäude künftig genutzt werden
kann“. Das Projekt entspreche der Meinung des Ausschusses,
dass nach dem Umzug des Museums für Völkerkunde
in den Neubau am Neumarkt mit der Immobilie am Ubierring
„etwas Innovatives“ geschehen solle.
Bisher haben außer den Initiatoren der „Pop-
und Musicalakademie Köln“, die in etwa anderthalb
Jahren ihren Betrieb aufnehmen will, die Rheinische Musikschule
und eine Filminitiative ihr Interesse bekundet, in das ehemalige
Museum einzuziehen.
„Es fehlt ein Stein im Mosaik des Kölner Bildungsangebots“,
sind sich Yana Kris und Marcelo Molina sicher: Die Künstler,
die in der Stadt in Musicals und in Bühnenshows auftreten,
hätten ihre Ausbildung nicht in Köln erhalten,
sondern müssten „importiert“ werden, etwa
aus Hamburg, Essen und Berlin, wo es bereits entsprechende
Schulen gibt. In der geplanten Akademie soll der „Pop-
und Musical-Workshop“ aufgehen, den Yana Kris vor
vier Jahren gegründet hat und der eine Trainings- und
Rekrutierungsstätte für das 50 Mitglieder starke
Musical-Ensemble „The Voice Factory“ ist.
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Der bisherige Standort
an der Neusser Landstraße sei viel zu klein, sagt
die 45-Jährige. Die Vergrößerung ist Voraussetzung
dafür, dass die Akademie als „Ergänzungsschule“
staatlich anerkannt werden, Fördergelder erhalten und
Diplome vergeben kann. Etwa 1000 Quadratmeter wollen die
Initiatoren im derzeitigen Rautenstrauch-Joest-Museum belegen:
„Sein repräsentativer Charakter, der Zuschnitt
der Räume und der ehemalige Kammermusiksaal machen
den Bau ideal für eine Bildungseinrichtung mit Bühnenorientierung.“
Rund 100 Studenten sollen hier acht Semester lang unter
anderem in Tanz, Schauspiel und Gesang ausgebildet werden.
Eine Kooperation mit den anderen Nutzern des Gebäudes
- der Rheinischen Musikschule und jener Filminitiative,
wenn sie denn zum Zuge kämen - ist angestrebt.
Diese Vernetzung untereinander komme dem Wunsch entgegen,
dass dort etwas Neues entstehen solle, sagte Lemper. Noch
aber sei alles offen. Zunächst müsse die Verwaltung
ein Gutachten zum Zustand des Gebäudes und zur Sanierung
samt Kostenschätzung vorlegen. Erst dann könne
über die Frage der künftigen Nutzung entschieden
werden. Nach seiner Vorstellung solle die Zukunft des alten
Völkerkundemuseums „in jedem Fall kultureller
Natur sein“. |